Schnee in Marokko findet man im Atlas

Apropo kühl. Natürlich ist es im Atlas sehr kalt. Man quert den Atlas mit seinem Weg, wenn man von Fês eine Linie nach Marrakesch zeichnet und deswegen nehmen wir die zwei Tage in Kauf, bevor wir wieder auf die Küste und das gute Wetter treffen. Wir fahren durch unwirkliche, felsige und baumfrei Landschaften, in der kaum etwas Grünes auf der aufgerissenen, roten Erde wächst. Die Menschen gehen gebückt gegen Frost und Wind die das Land streifen, hüllen sich fest in die traditionelle, erdfarbene Djellaba und ziehen die spitze Zipfelmütze tief ins Gesicht.

Berbermarkt – Esel, Schafe, Ziegen und jede Menge Stroh

Dann schneit es. Erst kleine graupelige Körnchen, dann dicke Flocken und bald bleibt der Schnee liegen.

Berber Viemarkt – Das Schaf hat einen neuen Besitzter gefunden
Vietransporter mit Dachterasse

Kurz nach Sidi Tiar geht es plötzlich nicht weiter, Polizisten sperren die Straße mit einem Schlagbaum und auf Nachfrage kriegt man Gründe von “Unfall” bis “zu glatt”. Das typische marokkanische Fahrzeug im Atlas ist bis unter die Decke vollgestopft mit Schafen, stark überladen, hat Sommerreifen und kaum Profil. Die Männer kommen aus dem Auto, ein riesen Auflauf, alle beschweren sich, schimpfen – wir verstehen die Sicherheitsbedenken der Beamten.

Versammlung am Schrankenhäuschen – Die Straße wurde wegen Schnee gesperrt
Der Unimog schaufelt den Schnee weg, trozdem wird die Schranke nicht freigegeben

Wir warten mehrere Stunden. Mittlerweile gibt es ein wärmendes Feuer auf dem Boden im Häuschen neben der Schranke, wenn einen der Qualm nicht stört und Tee. Viele Fahrzeuge vor uns geben auf, geraten ins Rutschen beim Anfahren und schaffen es irgendwie zu wenden. Cemil versucht den Polizisten an der Schranke mehrfach vergeblich davon zu überzeugen, dass das Wintertreiben für unser Reisegefährt kein Problem darstellt – schließlich haben wir Allwetterreifen mit Profil und Allradantrieb. Erst als wir problemlos bis an die Schranke aufschließen und auch am Hang ohne Rutschen anfahren können, erzählt uns der Polizist vom einem Schleichweg. Als wir anbieten noch zwei Leute mit zunehmen, ist Cemil plötzlich “Mon Ami” (“mein Freund”) und Meryem und Hassna sind unsere zwei Mitfahrer. Wir bringen beide in ihre Dörfer und bekommen bei Hassnas Familie einen Tee gereicht und sogar einen Schlafplatz angeboten.

Zugast bei Hassna gibt es heißen Tee und verspielte Kinder

 

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